Umsetzung von Konzernvorgaben in Tochtergesellschaften

16. September 2017

Lassen sich bzgl. Konzernregularien Tochtergesellschaften und Mutterkonzern einfach über einen Kamm scheren? Das funktioniert selten ….

In Holdingorganisationen, ob operativ, reine Managementholding oder als Hybridstruktur, gibt es einen hohen Bedarf, einheitliche Standards für den gesamten Konzern sicherzustellen. Das beginnt mit Bilanzierungs- und Einkaufsrichtlinien, geht über Reportingstandards und endet oft noch lange nicht bei minutiösen Vorgaben zur Dokumentation von Prozessen. Vieles davon ist unverzichtbar, vieles sinnvoll, doch manches eher unangemessen. Letzteres gilt insbesondere, wenn die Holding aus sehr unterschiedlichen und inhomogenen operativen Gesellschaften aufgebaut ist. Dann lösen einheitliche Wertgrenzen bei Risikoanalysen, Ignorieren von Spezifika im Auslandsgeschäft, oder auch Schaffung von Zentralfunktionen um der Zentralisierung willen oft nur Kopfschütteln aus.

Die Erfahrung hat gelehrt, dass Gestaltungsspielräume oft viel zu wenig ausgenutzt wird. Statt Regeln zähneknirschend zu akzeptieren oder sie – was kein Kavaliersdelikt ist - zu ignorieren, sollten die Beteiligten miteinander sprechen. Im Mittelpunkt steht die anspruchsvolle Aufgabe, die Intention der Konzernregel zu verstehen: Eine Wertgrenze für Risikoklassen macht Sinn, nur sollte sie geschäftsspezifisch angepasst werden. Wenn für den Konzern ab 5 Mio € Auftragsvolumen bestimmte Risikoprozesse greifen, können für kleinere Tochtergesellschaften deutlich niedrigere Grenzen angebracht sein. Umgekehrt müssen Visualisierungsstandards auf Sinnhaftigkeit überprüft werden, wenn bereits andere Standards etabliert sind und vor allem auch keine Notwendigkeit aus dem Geschäft heraus erwächst.

Bilden Konzernvorgaben auch für Ihr Unternehmen eine Herausforderung? Sprechen Sie uns an; wir arbeiten seit vielen Jahren in vielfältigen Konzernstrukturen.

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