Es gibt aber auch Navigiergeräte für diesen Dschungel: Die Referenzmodelle. Fragt man Unternehmer und Manager, wie viele Prozesse im Sinne eines aktiven Prozessmanagements zum Steuern ihres Unternehmens im Hause definiert seien, so reicht die Spannbreite der Antworten von knapp sieben bis hin zu über fünfzig. Verblüffend ist nur, dass diese Antworten nur selten mit der Komplexität und Größe des Unternehmens korrelieren.
Eine Prozesslandschaft entsteht oft bottom-up durch Erfassung vorhandener Abläufe, d.h. durch Fixierung dessen, was als Prozess empfunden wird. Homogenität und einheitlicher Abstraktionsgrad als sinnvolle Zielgröße bleiben dabei oft auf der Strecke. Eine Alternative stellen die Prozess-Referenzmodelle dar, die eine praxisbewährte Richtschnur geben und von denen es eine Reihe branchenspezifischer Lösungen gibt. Wichtige Vertreter sind:
Für IT-Services : u.a. ITIL (IT-Infrastructure Library), CMMI (Capability Maturity Model Integration), SPICE (Software Process Improvement and Capability Determination)
Für die Supply-Chain: SCOR (Supply-Chain Operations Reference)
Für das eGovernment: eLoGo, DOMEA
Konzernspezifische Referenzmodelle: u.a. Siemens Process Framework, BMW Group Process Model
Allen gemeinsam ist ein Abstraktionsgrad in der Mitte zwischen operativ-detailliert und Metaebene; sie sind breit anwendbar, flexibel und weitgehend in sich widerspruchfrei. Durch ihre Nutzung wird die Abgrenzung von Prozessen deutlich vereinfacht und prozessorientierten IT-Anwendungen (Workflows) eine einheitliche Basis gegeben. Änderungen lassen sich rasch auch über Standortgrenzen hinweg umsetzen, da ein einheitliches Prozessverständnis erzeugt wird.
Sind Sie auch noch auf der Suche nach dem Ausweg aus dem Prozessdschungel? Sprechen Sie uns gerne an unter info(at)tct.de. Prozessmanagement und Prozessoptimierung gehört seit Jahren zu unseren Kernkompetenzen.